Der Immobilienmarkt im Landkreis Dingolfing-Landau hat sich nach den turbulenten letzten Jahren wieder etwas beruhigt. Die neuesten Zahlen aus dem Grundstücksmarktbericht zeigen: Der Markt ist stabiler geworden und zieht langsam wieder an. Für Eigentümer, Kaufinteressenten und Investoren liefern die Daten aus 2024 eine gute Orientierung. Wir fassen die wichtigsten Punkte für Sie zusammen.

Mehr Bewegung am Markt

Nach dem starken Rückgang der Kaufabschlüsse im Jahr 2022 geht es nun wieder leicht aufwärts. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 1.203 Immobilien verkauft – das sind rund 4 % mehr als im Jahr davor. Auch beim Geldumsatz ist ein Plus zu sehen: Mit etwa 290 Millionen Euro lag er gut 3 % über dem Wert von 2023.

Auffällig ist, dass fast die Hälfte aller Verkäufe (44 %) auf unbebaute Grundstücke entfiel. Bebautes Eigentum machte rund ein Drittel der Abschlüsse aus. Das zeigt: Trotz hoher Baukosten besteht weiterhin Interesse an Baugrundstücken und neuen Projekten im Landkreis.

Der Preisverlauf auf einen Blick

Baugrundstücke: Stadt deutlich teurer als Land

Bei den Preisen für Wohnbaugrundstücke kommt es stark auf die Lage an. Der Gutachterausschuss unterteilt den Markt in zwei Teilmärkte: Den städtisch geprägten Bereich (u.a. Dingolfing, Landau a. d. Isar) und die ländlichen Gemeinden.

  • Teilmarkt 1 (Städtisch): Hier ist ein deutlicher Preisanstieg zu verzeichnen. Der Median-Bodenpreis kletterte im Jahr 2024 auf 216 €/m², verglichen mit 182 €/m² im Vorjahr.
  • Teilmarkt 2 (Ländlich): Auch hier zogen die Preise an. Der Median stieg von 123 €/m² im Jahr 2023 auf 150 €/m² im Jahr 2024.

Am teuersten bleibt Bauland in der Stadt Dingolfing mit durchschnittlich 238 €/m². Dahinter folgen Niederviehbach (154 €/m²) und Landau a. d. Isar (152 €/m²). Wer bauen möchte, merkt schnell: Innerhalb des Landkreises können sich die Grundstückspreise stark unterscheiden – und damit auch das benötigte Budget.

Bestandsimmobilien: Das Alter macht den Unterschied

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern spielt vor allem das Baujahr eine große Rolle für den Preis. Die Auswertung der Jahre 2023 und 2024 zeigt eine klare Preistreppe:

  • Ältere Häuser (bis 1954): Hier lag der Medianpreis bei rund 2.088 €/m² Wohnfläche.
  • Mittelalte Bestände (1970–1984): Immobilien dieser Baujahresklasse erzielten im Schnitt 2.311 €/m².
  • Neubauten (2015–2024): Für moderne Häuser wurden Spitzenwerte von durchschnittlich 3.366 €/m² gezahlt.

Diese Werte sind Durchschnittswerte. Zustand, Ausstattung und energetische Sanierungen können den tatsächlichen Preis deutlich nach oben oder unten beeinflussen.

Eigentumswohnungen: Preise etwas entspannter

Bei Eigentumswohnungen zeigt sich ein gemischtes Bild. Neubauwohnungen in städtischen Lagen waren 2024 etwas günstiger als im Jahr davor. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag bei rund 4.407 €, zuvor waren es noch knapp 4.700 €. Gleichzeitig wurden wieder mehr Neubauwohnungen verkauft. Das deutet darauf hin, dass die leicht gesunkenen Preise die Nachfrage angekurbelt haben.

Auch im Wiederverkauf von Bestandswohnungen in der Stadt sind die Preise etwas zurückgegangen. Hier lag der Durchschnitt 2024 bei rund 3.172 €/m².

Gewerbegrundstücke: Große Preisunterschiede

Für Unternehmen und Investoren lohnt sich ein genauer Blick auf die Gewerbeflächen. Die höchsten Bodenrichtwerte weist wenig überraschend der wirtschaftliche Motor Dingolfing auf, mit einem Mittelwert von 175 €/m². Landau a. d. Isar folgt mit 128 €/m².

Deutlich günstiger sind Gewerbeflächen in Gemeinden wie Reisbach oder Marklkofen. Dort liegen die Preise bei etwa 60 €/m². Für Betriebe, die flexibel sind, ergeben sich dadurch interessante Alternativen.

Land- und Forstwirtschaft

Ein Blick auf den grünen Markt: Ackerland erweist sich weiterhin als wertstabil mit steigender Tendenz. Der Index für Ackerland erreichte 2024 einen neuen Höchststand von 139 % (Basisjahr 2017 = 100 %). Waldflächen hingegen zeigten zuletzt eine Seitwärtsbewegung bzw. einen leichten Rückgang im Index auf 88 %.

Ausblick

Der Immobilienmarkt im Landkreis Dingolfing-Landau hat die Talsohle durchschritten. Steigende Transaktionszahlen und stabile bis steigende Bodenpreise signalisieren Vertrauen in den Standort. Während Neubauflächen teurer werden, bieten sich im Bestand – insbesondere bei Eigentumswohnungen – Chancen durch leichte Preiskorrekturen.

Was bedeutet das für Sie? Die genannten Daten sind Richtwerte, ersetzen jedoch keine detaillierte Bewertung. Da es sich bei den Kennzahlen um statistische Mittelwerte (Mediane) handelt, können die tatsächlichen Werte je nach Mikrolage und Objektzustand abweichen.

Wenn Sie wissen möchten, was Ihre Immobilie aktuell wert ist oder eine Investition planen, unterstützen wir Sie gerne mit einer realistischen und fundierten Einschätzung.

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