Die Investitionen in deutsche Gewerbeimmobilien sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Experten führen dies auf Faktoren wie die Rekordinflation, steigende Zinsen und Preisunterschiede zwischen Käufern und Verkäufern zurück. Dennoch blicken sie optimistisch auf das Jahr 2024 und erwarten interessante Chancen für Investoren.

Rückgang des Transaktionsvolumens und Aussicht für 2024
Der deutsche Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien schloss das Jahr 2023 mit einem Gesamtumsatz von rund 21,5 Milliarden Euro ab. Dies entspricht einem Rückgang von 60 Prozent im Vergleich zu 2022 und dem niedrigsten Wert seit 2010. Trotz dieses Rückgangs deuten die Prognosen darauf hin, dass sich die Aktivität gegen Ende des Jahres 2024 wieder beleben wird.

Die Preiserwartungen von Verkäufern und Käufern klaffen vorübergehend noch weit auseinander, insbesondere in bestimmten Marktsegmenten. Dies bedeutet, dass der Druck auf der Verkäuferseite weiterhin höher ist als auf der Seite der potenziellen Käufer.

Gleichzeitig hat die Preiskorrektur bereits stattgefunden und die Anfangsrenditen dürften sich im Laufe des Jahres 2024 stabilisieren, nachdem sie im vierten Quartal 2023 nochmals um 10 bis 20 Basispunkte gestiegen sind. Ende 2023 liegen die Spitzenrenditen zwischen 4,2 Prozent für Geschäftshäuser und 5,7 Prozent für Einkaufszentren.

A-Standorte leiden unter Preisfindungsprozess
A-Standorte wie Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart litten besonders unter dem Preisverfall. Das Investitionsvolumen in diesen Städten ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwei Drittel zurückgegangen und stellt damit das schwächste Ergebnis der letzten zehn Jahre dar. Hauptgrund für den Rückgang waren Preisnachlässe.

Renditeanstieg und Büros verlieren an Spitzenposition
Der Renditeanstieg für 2023 fällt bei Geschäftshäusern, Fachmarktzentren, Logistikimmobilien, Pflegeheimen, Einkaufszentren und Supermärkten geringer aus als im Vorjahr. Die Spitzenrendite für Büroimmobilien stieg hingegen um 100 Basispunkte auf 4,4 Prozent und liegt damit erstmals über den Renditen für Geschäftshäuser (4,2 Prozent) und Logistikimmobilien (4,3 Prozent).

Auch Büroimmobilien haben ihre Spitzenposition eingebüßt und liegen 2023 erstmals auf dem dritten Platz der Umsatzrangliste hinter Handels- und Industrieimmobilien. Logistikimmobilien führen die Liste an, gefolgt von Einzelhandelsimmobilien.

Chancen für Immobilienmärkte 2024
Alternative Immobilientypen wie Selfstorage, Fertighäuser und ambulante Pflegeeinrichtungen könnten aufgrund ihrer Resilienz zukünftig in den Fokus der Investoren rücken. Auch Notverkäufe aufgrund von Refinanzierungsproblemen könnten zunehmen und alternative Kreditgeber davon profitieren.

Auch Einzelhandelsimmobilien könnten an Bedeutung gewinnen, da sich bestimmte Segmente überdurchschnittlich entwickeln könnten. Die Skepsis gegenüber diesem Markt hat zu einem Rückgang der Kapitalwerte geführt und neue Investitionsmöglichkeiten geschaffen. Erschwingliche Wohnimmobilien bieten dank hoher Vermietungsquoten und staatlicher Förderung verlässliche Renditen.

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